DATENSCHUTZ   -der Feind in meinem Unternehmen-

Viele Forderungen aus dem neuen Datenschutzgesetz (DSGVO & Co.) stoßen auf große,
zum Teil unüberwindbare, Hindernisse. Wir kennen Sie alle!
Hier ein paar skurrile Probleme aus dem Datenschutzalltag.Datenschutzbeauftragte Hassfurt

Geschäftliche Blogger auf Social-Media Plattformen müssten neben dem Impressum nun auch
Datenschutzhinweise veröffentlichen. Einige Social-Media Anbieter haben dafür
gar keine Einstellungsmöglichkeit. Wieso nicht? Weil die Produkte in den USA entwickelt
wurden und es dort keine solchen Verpflichtungen gibt.

Vereine müssen den neuen Mitgliedern Informationspflichten aushändigen und ebenfalls
ihre Webseiten nach den DSGVO Anforderungen überarbeiten. Die meisten Vereine werden
von ehrenamtlichen Mitgliedern verwaltet. Die Verantwortung muss hier also ein Laie übernehmen. 

Emojis in Kommentaren auf Webseiten oder Sozialen Netzwerken machen Ärger, weil sie von fremden
Datenbanken abgerufen werden müssen und dort die IP-Adresse des Rechners hinterlassen.

Die Entscheidung über den Button „gefällt mir“ von z.B. Facebook, Pinterest, YouTube usw. steht ebenfalls noch aus.
Hier muss der Europäische Gerichtshof entscheiden, ob dieser Link rechtkonform genutzt werden kann.

Wieso das alles? Weil alle diese Features „nach Hause telefonieren“. Das heißt, die gesammelten
personenbezogenen Daten werden im Hintergrund an den Anbieter gesendet, meist ohne Wissen des Benutzers.
Diese Anbieter sitzen dann entweder außerhalb der EU, was ein neues Problem aus Datenschutzsicht aufwirft, oder die
Anbieter haben kein Recht die empfangenen Daten zu verarbeiten. Datenschutzfreundliche Lösungen wäre hier eine
aufwendige Einwilligung jedes Nutzers.

Und wenn das alles nicht genug wäre. 2019 soll nun endlich die E-Privacy Verordnung in Kraft treten.
Hier kommt also noch ein Gesetz, was sich mit dem Thema Datenschutz auseinander setzt, allerding mit dem Schwerpunkt
für Internetdienste und Internethandel (E-Commerce). Aber auch hier wird es wieder die „Kleinen“ hart treffen. Angefangen
bei den Webseiten von Vereinen bis hin zum Onlineshop. Die bisherigen Cookie-Banner, die wie wild auf sämtlichen
Internetseiten am unteren Rand „aufbloppen“  müssen wieder überarbeitet werden.
Aber zum Glück wird 2020 im europäischen Parlament ein Zwischenfazit über die Umsetzung und deren Probleme
gezogen und eventuell „verschlimmbessert“.

Und Wieso das Ganze?

Böse Zungen behaupten, um wieder Geld in Deutsche Kassen zu spülen.  Aber Hintergrund war tatsächlich zum Teil die
„Snowden-Enthüllung“. Den Politikern in der EU wurde endlich klar, dass die gesammelten Daten auf der ganzen weiten
Welt auch irgendwann gegen jeden einzelnen verwendet werden können. Diese Problematik wurde langsam, sehr langsam,
erkannt. Davon hat sich auch Amazon inspirieren lassen und die politisch aktuelle Serie „Wanted“ veröffentlicht.
Das Irrwitzige dabei ist aber, dass auch Amazon ein großer Datensammler ist.
Tatsache ist, alle persönlichen Daten eines jeden Einzelnen Bürgers sind wertvoll und werden auf Schwarzmärkten im
Internet für viel Geld verkauft. Wieso wohl? 
Bestimmt nicht, um Ihnen zum Valentinstag einen schönen Strauß Rosen in ihrer Lieblingsfarbe zukommen zu lassen.

Fakt ist, es wird nie langweilig im Datenschutzdschungel. Ich habe mir diesen Feind zum Freund gemacht.
Und das macht meinen Job als Datenschutz Beraterin so spannend.